Historische Steine
Wanderung zu historischen Steinen 19.08.2007


Düderoder und Oldenroder wollen ihre Heimat noch besser kennen lernen...

Der Heimatverein Düderode e.V. hatte dazu aufgefordert und bekam bei der sonntäglichen Wanderung zu den verschiedenen Steinen und Denkmälern in der Gemarkung großen Zuspruch.

Etwa 80 Bürger alt und jung aus Düderode und Oldenrode machten sich auf den 10 km langen Weg in die Feldmark Düderode und den Vogelsänger Wald, um die in früheren Zeiten gesetzten Denksteine und deren Bedeutung der Ortsbevölkerung näher zu bringen.
Die Beteiligung war auch besonders gut, weil für gehbehinderte und ältere Mitglieder ein Trecker mit Wagen mitfuhr.

Unter der Führung des 1. Vorsitzenden Klaus Bialaschewitz und ortskundigen Heimatkundlern ging es durch die Feldmark von „Appenrode“ zum „Appenroder Stein“. Auf dem Weg dort hin wurden die einzelnen Feldstücke und deren alten Flurnahmen durch Gerda Schlesiger erklärt und damit wieder lebendig gemacht. Der im Jahr 1912 gesetzte Gedenkstein zur Erinnerung an den Ort in der Feldlage von „Appenrode“ wurde kurz vor der Wanderung von einigen Mitgliedern erst wieder neu entdeckt und aufgerichtet, dieser weist auf den Ort hin, der möglicherweise im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden ist.

An der Sackau wurde eine alte Karte aus der Verkopplungszeit ( alte Flurbereinigung ) aus der Zeit um 1850 gezeigt, die neben den alten Flurbezeichnungen auch noch die Namen der früheren Eigentümer beinhaltete. Auch wurde darauf deutlich, inwieweit zu der damaligen Zeit die Landwirtschaft in den Wald hineinragte. Die Bodenoberfläche im Wald deutet auch noch heute nach über 200 Jahren auf eine frühere Ackerwirtschaft und Bewirtschaftungsform hin.

In der Sackau steht auch der „Marxhausen Stein“. Dieser Gedenkstein ist seiner Zeit für den dort im Jahr 1919 tödlich abgestürzten Zapfenpflücker gesetzt worden. Zur Saatgutgewinnung mussten die reifen Zapfen von den Fichtenkronen gepflückt werden, dazu wurden die Bäume bis in die Spitze mit Leitern und Steigeisen beklettert, eine sehr gefährliche Arbeit, die sehr oft zu Unglücken geführt hat.

Am 1953 gepflanzten Schulwald vorbei, gleich neben den Flachsrotten, ging es über den alten „Gittelder Weg“ und dem „Verbotenen Weg“ zum Schäferkreuz.

An dem „alten Gittelder Weg“ im Walde, ein zu früheren Zeiten sehr begangener Weg, sollen in früheren Jahrhunderten etliche Morde verübt worden sein. Dem oder den Ermordeten zum ewigen Gedächtnis wurde einst ein
Kreuzstein errichtet, ein Sühnestein, seiner Form und seinem Aussehen nach ins 17. Jahrhundert gehörend. Der Stein wurde im Volksmund „Schäferkreuz“ genannt. Es ist ein einfacher Sandsteinblock, in den ein schlichtes lateinisches Kreuz eingehauen war. Denkbar ist, dass der Name „Schäferstein“ an einen Schäfer erinnert, der angeblich hier erschlagen wurde oder durch Blitzschlag zu tote gekommen ist.        weitere Informationen...

Nach einer Rücktour über den Hof Vogelsang und Arboretum ging es direkt in den Pfarrgarten nach Düderode, wo es einen lustigen Ausklang mit Grillen, Kaffee und Kuchen gab.

Bericht des Pressewartes Ludolf v. Oldershausen
 

Appenroder Stein
Marxhausen Stein
Kreuzstein / Schäferkreuz